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Cybersecurity im Wandel: Warum Schweizer KMU heute umdenken müssen

Details
Sandra Peier logo
Erstellt: 27. Oktober 2026

Cyberbedrohungen, künstliche Intelligenz und zunehmend komplexe IT-Landschaften stellen Schweizer KMU vor neue Herausforderungen. Doch wie gut sind Unternehmen tatsächlich geschützt?

Interview mit Thomas

Wir haben mit Thomas, unserem langjährigen IT-Sicherheitsberater bei ascanius, über die Entwicklung der Cybersecurity, unterschätzte Risiken und die Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz gesprochen. Er erklärt, weshalb moderne IT-Sicherheit weit mehr als Firewall und Virenschutz bedeutet.

Thomas, du bist sicherlich gefühlt schon seit 1837 bei ascanius dabei. 😉 Wie hat sich die IT-Welt in den letzten 20 Jahren verändert?

(schmunzelt) Manchmal fühlt es sich tatsächlich so an. Die grösste Veränderung ist für mich die Geschwindigkeit. Technologische Entwicklungen folgen immer schneller aufeinander, während IT-Systeme zunehmend komplexer werden. Das enorme Innovationstempo beeindruckt mich, ist aber gleichzeitig herausfordernd. Denn jede neue Technologie bringt neben Chancen auch neue Risiken mit sich. Entscheidend ist, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und sinnvoll darauf zu reagieren.

Früher war alles einfacher – zumindest in der IT-Sicherheit. Oder täuscht dieser Eindruck?

Vor 15 bis 20 Jahren war die IT-Sicherheit tatsächlich überschaubarer. Ein aktueller Virenschutz, eine Firewall und funktionierende Backups bildeten in vielen KMU die Grundlage. Heute sind IT-Infrastrukturen stärker vernetzt, Daten liegen an unterschiedlichen Orten und Mitarbeitende greifen von überall auf Unternehmenssysteme zu. Gleichzeitig sind Cyberangriffe professioneller geworden. IT-Sicherheit ist deshalb längst keine einzelne technische Massnahme mehr, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Cyberkriminelle haben längst nicht mehr nur Grossunternehmen im Visier. Warum sind auch kleine Schweizer KMU attraktive Angriffsziele?

Cyberkriminelle unterscheiden kaum zwischen grossen und kleinen Unternehmen. Automatisierte Angriffe suchen nach Schwachstellen, unabhängig von der Unternehmensgrösse. Auch bei kleinen KMU gibt es etwas zu holen: Kundendaten, vertrauliche Informationen oder die Möglichkeit, den Betrieb lahmzulegen und Lösegeld zu erpressen. Gerade kleinere Unternehmen unterschätzen dieses Risiko. Dabei können bereits wenige Tage IT-Ausfall erhebliche finanzielle Folgen haben.

Hand aufs Herz: Wo liegt die grösste Schwachstelle in der IT-Sicherheit eines KMU?

Beim Menschen. Selbst modernste Sicherheitstechnologien können nicht sämtliche Risiken ausschliessen. Ein unbedachter Klick auf einen Link oder eine täuschend echte Phishing-Mail kann ausreichen, um Angreifern Zugang zu verschaffen. Deshalb ist Security Awareness so wichtig. Mitarbeitende müssen lernen, Bedrohungen zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Das beginnt bereits beim Eintritt ins Unternehmen und sollte durch regelmässige Schulungen und Informationen über aktuelle Betrugsmaschen ergänzt werden. IT-Sicherheit muss Teil der Unternehmenskultur sein und darf nicht allein der IT-Abteilung überlassen werden.

Künstliche Intelligenz verändert die Cybersecurity grundlegend. Ist KI eher Chance oder Bedrohung?

Beides. KI ist ein mächtiges Werkzeug, das Verteidigern und Angreifern gleichermassen zur Verfügung steht. Cyberkriminelle nutzen KI beispielsweise, um täuschend echte Phishing-Nachrichten zu erstellen, Angriffe zu automatisieren oder Schwachstellen aufzuspüren. Gleichzeitig hilft uns KI, grosse Datenmengen zu analysieren, verdächtige Muster zu erkennen und schneller auf Bedrohungen zu reagieren. Künftig wird KI noch stärker bei der automatisierten Überprüfung von Sicherheitsarchitekturen und der Angriffserkennung eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass Unternehmen diese Möglichkeiten nutzen und gleichzeitig die neuen Risiken im Blick behalten.

ascanius setzt bereits seit 2017 auf intelligente Sicherheitstechnologien. Was war damals anders als heute?

Wir haben bereits 2017 auf Technologien gesetzt, die heute häufig mit künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht werden. Damals sprach man vor allem von Machine Learning. Als einer der ersten Fortinet-Partner weltweit haben wir uns mit der Konfiguration und dem Einsatz der FortiSandbox beschäftigt. Damit liess sich der E-Mail-Verkehr automatisiert auf verdächtige Anhänge, Ransomware und gefährliche Links untersuchen. Schon damals war für uns klar, dass klassische Schutzmechanismen langfristig nicht ausreichen würden. Heute sind intelligente Analyseverfahren ein fester Bestandteil moderner Sicherheitsarchitekturen. Die Technologie hat sich enorm weiterentwickelt – leider ebenso die Methoden der Angreifer.

Früher rief man den IT-Dienstleister an, wenn etwas nicht funktionierte. Wie hat sich diese Rolle verändert?

Natürlich melden sich Kunden auch heute noch, wenn Probleme auftreten. Doch die Anforderungen sind deutlich gestiegen. Cloud-Dienste, vernetzte Systeme und zahlreiche Schnittstellen schaffen zusätzliche Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken. Ein guter IT-Partner sollte deshalb nicht erst reagieren, wenn etwas passiert ist. Unser Anspruch ist es, Kunden proaktiv zu begleiten, Risiken frühzeitig zu erkennen und passende Schutzmassnahmen umzusetzen.

IT-Sicherheit kostet Geld. Wie viel Schutz sollte sich ein KMU heute leisten?

Das hängt von der IT-Infrastruktur und insbesondere davon ab, wie stark ein Unternehmen von seinen Systemen abhängig ist. Eine durchdachte Sicherheitsstrategie umfasst mehrere aufeinander abgestimmte  Massnahmen: Firewalls, Endgeräteschutz, Sicherheitsupdates, Monitoring, zuverlässige Backups und Netzwerksegmentierung. Die entscheidende Frage ist aber nicht nur, was IT-Sicherheit kostet, sondern vielmehr:Was kostet es ein Unternehmen, wenn die IT plötzlich nicht mehr funktioniert?

Gab es einen Cyberangriff bei einem Kunden, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja. Bei einem Kunden wurde ein ursprünglich zu Testzwecken eingesetztes Gerät später produktiv genutzt. Eine bekannte Sicherheitslücke war darauf noch nicht behoben worden. Angreifer nutzten diese Schwachstelle aus und verschlüsselten Systeme und Daten. Die Wiederherstellung war äusserst aufwendig. Zusätzlich mussten umfangreiche Logdaten für die forensische Untersuchung bereitgestellt und ein möglicher Datenabfluss abgeklärt werden. Der Vorfall zeigte deutlich, wie wichtig eine konsequente Netzwerksegmentierung ist. Im Anschluss wurde die Sicherheitsarchitektur überarbeitet, um Systeme besser voneinander zu isolieren und mögliche Schäden zu begrenzen. 

Das Interessante daran: Dafür war nicht zwingend neue Hardware erforderlich. Entscheidend war die sicherere Konfiguration der bestehenden Infrastruktur.

Zum Abschluss: Welche fünf Massnahmen empfiehlst du jedem Schweizer KMU, um sich besser gegen Cyberangriffe zu schützen?

Zunächst sollte sich jeder Geschäftsführer eine einfache Frage stellen: «Wie lange kann mein Unternehmen ohne funktionierende IT weiterarbeiten?» Eine Stunde, einen Tag oder eine Woche? Und welche Auswirkungen hätte das auf Mitarbeitende, Kunden und Umsatz?

Meine fünf wichtigsten Empfehlungen sind:

  1. Systeme aktuell halten: Sicherheitsupdates und Patches zeitnah installieren.
  2. Backups sicherstellen: Daten regelmässig sichern und die Wiederherstellung testen.
  3. Netzwerke segmentieren: Kritische Systeme voneinander trennen, um die Ausbreitung von Angriffen zu begrenzen.
  4. Mitarbeitende sensibilisieren: Regelmässige Security-Awareness-Schulungen durchführen.
  5. Sicherheit laufend überwachen: Verdächtige Aktivitäten erkennen, Zugriffe absichern und frühzeitig reagieren.

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Aber mit den richtigen Massnahmen lassen sich Risiken und mögliche Schäden erheblich reduzieren.

 

Fazit: IT-Sicherheit ist keine Frage der Unternehmensgrösse

Cyberangriffe können jedes Unternehmen treffen. Entscheidend ist nicht, ob ein KMU für Angreifer interessant genug erscheint, sondern wie gut es auf einen möglichen Angriff vorbereitet ist. Mit langjähriger Erfahrung, modernen Sicherheitstechnologien und einem ganzheitlichen Ansatz unterstützt ascanius Schweizer KMU dabei, ihre IT-Infrastruktur nachhaltig zu schützen.

Wie sicher ist Ihre IT-Umgebung?

 

 


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